Kochi

Franziskanerkirche

Kochi ist eine der bedeutensten Städte im Südwesten Indiens. Handel, Seefahrt und Eroberungen ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Geschichte. Bereits 1503 haben portugiesische Seefahrer mit dem Bau der ersten christlichen Kirche auf indischem Boden begonnen. In der Franziskanerkirche wurde einst auch Vasco da Gama begraben - bevor seine Gebeine Jahre später nach Lissabon überführt wurden. Zu seiner Erinnerung finden sich in der Kirche noch ein paar Granitplatten mit lateinischen und portugiesischen Inschriften - und 70er-Jahre-Farb-Postkarten aus Lissabon.

Chinesisches Fischernetz
Chinesisches Fischernetz

Chinesische Fischernetze

Die chinesischen Fischernetze, die sich am Hafen geradezu reihen, finden in jedem Reiseführer Erwähnung. Diese hölzernen Konstruktionen haben ganz ansehliche Ausmasse und ihre Bedienung erfordert mehrere Männer.

Es ist ein wohldurchdachter Mechanismus, basierend auf Gleichgewicht und Drehmoment. Es gibt zwei grosse Ausleger, im rechten Winkel zueinander. Am Arm zum Wasser hin ist das Netz befestigt, am landseitigen Arm Steingewichte an langen Seilen. Wenn das Netz aus dem Wasser gehoben wird, entwickelt der sich senkende landseitige Arm immer mehr Drehmoment. Das wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die Steingewichte der Reihe auf dem Boden aufsetzen und so keine Kraft mehr ausüben.

Normalerweise werden die Netze nur nachts benutzt, eine Lampe lockt Fische und andere Meerestiere über das Netz, das plötzlich aus dem Wasser gehoben wird. Die Netze in Kochi werden nur aus touristischen Zwecken auch tagsüber bedient. Die Fänge sind dementsprechend mager.

Kathakali

Kathakali ist ein traditioneller Tanz aus Kerala. Es gibt über einhundert Stücke, alle handeln von religiösen Themen. Jedes Stück wird von zwei Tänzern aufgeführt - und zwei Musikern für die Hintergrundmusik. Nach historischen Bestimmungen dürfen nur Männer diese Tänze aufführen, sie spielen selbst weibliche Rollen. Heutzutage findet man aber auch Tänzerinnen bei Kathakali-Aufführungen.

Kathakali-Tanz
Kathakali-Tanz

Ähnlich zum "Schwarz-Weiss"-Schema der westlichen Filme (weiss für die Guten, schwarz für die Bösen), bedient sich Kathakali zur Trennung Gut/Böse ebenfalls Farben. Abgeleitet aus dem intensiven Grün der Landschaft stellt grüne Gesichtsfarbe das Gute dar - das Böse hat ein orangefarbenes Gesicht.

Der Tanz selbst ist sehr komplex, viele Symbole und Bewegungen verschliessen sich den Augen westlicher Zuseher. Nach einer Vorstellung in der "See India Foundation" in Ernakulam erklärte ein erfahrener Tänzer dem Publikum, dass es sogar eine Art Zeichensprache für die Finger gäbe.