Jodhpur

Festung

Jodhpur wird von einer riesigen Festungsanlage in Mitten der Stadt dominiert. Ihre ältesten Teile wurden bereits vor der Kolonialzeit gebaut. Damals gab es einige Maharadjas (Jaipur, Jodhpur, Bikaner usw.). Ihre Hauptbeschäftigung bestand darin, sich gegenseitig die Städte wegzunehmen. Irgendwann fand das der Maharadja von Jodhpur nicht mehr witzig und liess diese Festung errichten, praktischerweise gleich mit einem schmuckem Palast für sich innen drin. Heute kann man die gut instand gehaltene Anlage besichtigen und den herrlichen Ausblick über Jodhpurs Altstadt geniessen.

Blaue Häuser

Diese ist berühmt für die unzähligen blau gestrichenen Häuser. Bei manchen Blickwinkeln glaubt man, einen zweiten Himmel zu sehen, so intensiv ist das Blau. An einem blauen Haus erkennt man, dass seine Bewohner zur Kaste der Brahmanen gehören. Die Häuser brauchen ja auch nicht mehr auf Grau zurückgestrichen zu werden - Kastenzugehörigkeit ist erblich.

Altstadt von Jodhpur
Altstadt von Jodhpur

Village Safari

Ungefähr 70% aller Inder leben auf dem Land. Deswegen ist sollte man auch mal Dörfer besuchen, um das Bild abzurunden. Trotz einiger Hindernisse (wie z.B. Sprachbarriere, zweifelhaftes Trinkwasser, Transportmöglichkeiten usw.) reisen hartgesottene Rucksacktouristen wochenlang übers Land, von Dorf zu Dorf.

Wir nahmen lediglich an einer "Dorfsafari" von "Hotel Govind" teil. Dabei handelt es sich um einen ganztägigen Ausflug in ländliche Gegenden, in der Umgebung von Jodhpur. Bei "Safari" denkt man gleich an "wilde Tiere" oder "Kamel" - unser Fortbewegungsmittel war nicht ganz stilecht (aber irgendwie doch): ein alter Ambassador. Die besuchten Dörfer haben eine Art Vertrag mit den Veranstaltern - sie bekommen ein bisschen Geld, gestatten dafür Touristen jeden Tag für ein paar Minuten einen Blick in ihre Behausungen.

Strassendorf
Strassendorf

Eines der besuchten Dörfer wird von einer besonderen Kaste bewohnt, den Bishnoi. Diese Leute verehren Bäume, besonders Akazien. Es ist streng verboten, sie zu fällen. Als der Maharadja von Jodhpur anordnete, auch Bäume auf ihrem Gebiet zu fällen, kam es zu einem blutigen Massaker. Die Leute haben mit ihren Armen die Bäume umfasst, gewissermassen ein "menschliches Schutzschild" gebildet. Die Soldaten haben die Bäume trotzdem gefällt, mitsamt den Mutigen.

Wir besuchten eine Bauernfamilie in ihrem Haus. Dessen Wände und der Fussboden wurden aus Kuhmist gebaut, ein ideales Baumaterial: es bleibt auch unter brennender Sonne vergleichsweise kühl und es federt leicht.