Halebid

Steinfigur an Aussenwand
Steinfigur an Aussenwand

Hoysala Tempel

Während eines Wochenendausfluges der Firma Siemens haben wir die grossartigen Tempel in Belur und Halebid besichtigt. Diese Tempel aus der Hoysala-Dynastie sind über und über mit wunderschönen, aus Stein gehauenen Figuren versehen: Götter und Göttinnen, Menschen, Tiere. Unter den zehntausend Figuren sollen nicht zwei identische sein. Die Tempel stammen aus dem 12. Jahrhundert. Das kulturelle und achitektonische Niveau ist in etwa mit dem der europäischen Gotik vergeichbar.

Bemerkenwert ist auch eine hohe Steinsäule im Tempelvorhof von Halebid. Sie erinnert in Form und Grösse an einen Obelisk. Diese Granitsäule ist nicht im Boden verankert, sie wurde perfekt ausbalanciert und einfach hingestellt. Sie berührt die Grundplatte nur an drei Punkten, man kann eine Zeitung darunter durchschieben. So steht sie nun seit Jahrhunderten, hat alle Natur- und menschgemachten Katastrophen überdauert. Man sagt, es gab damals sehr weitsichtige Personen: zu Kriegszeiten liessen sie tonnenweise Sand über die kostbaren Tempelanlagen schütten, um sie so vor Plünderung und Zerstörung zu schützen.

Chikmagalur

In der Gegend befindet sich auch Chikmagalur, eine sogenannte "Hill station" ("Städtchen in hügeliger Umgebung" ist wohl eine passende Übersetzung). Davon gibt es einige in Südindien: Kodaikanal, Munnar, Ooty, Coork usw. Sie sind ein beliebtes Ausflugsziel von Paaren in den Flitterwochen oder Familien.

Chikmagalur ist umgeben von Kaffeeplantagen. Um gut gedeihen zu können, brauchen Kaffeepflanzen ganz besondere Bedingungen: viel Regen, aber an einem Hügel, damit das Wasser abfliessen kann. Ausserdem müssen die Büsche gegen Sonne geschützt werden. Dazu pflanzt man hohe Bäume mit schlanken Stämmen zwischen den Kaffeepflanzen - gewissermassen als Sonnenschirme.

In der Nähe von Chikmagalur liegt auch der höchste Punkt von Karnataka. Auf dem Gipfel des Berges stehen zwei kleine Häuser und ein Tempel. Vier Männer bleiben das ganze Jahr über dort oben. Der Tempel ist Ziel von Wallfahrern und kann nur zu Fuss erreicht werden. Erst führt der Pfad durch Buschwerk und über Wiesen, der letzte Anstieg führt über 500 Steinstufen hoch zum Tempel.