Praia do Forte

Linha Verde

Praia do Forte ist ein kleines Fischerörtchen 80km nördlich von Salvador. Täglich verkehren Linienbusse auf der Küstenstrasse "Linha Verde" (grüne Linie), die die kleinen Küstenorte mit Salvador verbindet.

Paradiesische Sandstrände

Unvergleichlich sind die Schönheit der Sandstrände von Praia do Forte: die wenigen Touristen verteilen sich an den ersten Buchten. Danach kommt 12km lang nichts - ausser weichem heissem Sand, Palmen, blauem Himmel und riesen Wellen. In Europa sind solche Dimensionen von Meer, Sonne und Einsamkeit unvorstellbar. Das Wasser ist warm und die grossen Wellen werden schon weit draussen von Küstenriffen abgefangen. So entstehen ruhige, natürliche Swimmingpools mit maximal 2m Tiefe und Sandboden. Durch die unterschiedlichen Tiefen und Temperaturen schimmert das Wasser in den verschiedensten Farbtönen, von smaragdgrün bis dunkelblau.

Natürliche Swimmingpools
Natürliche Swimmingpools

An den Stränden nahe dem Dorf bieten Einheimische Sonnenschirme an, erwarten im Gegenzug jedoch, dass man bei ihnen die ein oder andere Kokosnuss erwirbt - unter tropischer Sonne ein guter Deal. Lecker sind auch die angeschmolzenen Käsespiesse mit Oregano, die von Jungen mit mobilen kleinen Kohleofen angeboten werden. Oder darf es ein kühles Sandwich mit Salat und Thunfisch sein - oder ein Eis aus gefrorenem Fruchtsaft?

Sanfter Tourismus

Die Tourismusindustrie hat Praia do Forte glückllicherweise noch nicht erreicht. Zwar exisitieren einige teure Strandressorts und Hotels, die meisten Unterkünfte sind jedoch preiswerte Pensionen oder Herbergen ("pousada"). Kein Genäude des Dorfes ist höher als zwei Stockwerke - und die örtliche Verwaltung achtet genau auf die Einhaltung dieser Regel.

Entlang der Hauptstrasse laden viele Restaurants zum Essen ein. Die sympathischsten Restaurants befinden sich jedoch um kleine Hütten herum direkt am Meer, wo unter Sonnenschirmen kühles Bier und frische Meeresfrüchte serviert werden.

Projekt Tamar

Dass sich der Tourismus in Praia do Forte sanft entwickelt hat und (noch) nicht ausgeufert ist, ist wohl auch ein Verdienst des "Projekt Tamar". Dabei handelt es sich um ein Artenschutzprogramm für Meeresschildkröten an der Ostküste Brasiliens (abgeleitet von "Tartaruga Marinha"). Als Nebeneffekt sensibilisiert das Projekt aber sicherlich auch Einheimische und Touristen für ökologische Probleme.

Nachwuchs von Meeresschildkröten
Nachwuchs von Meeresschildkröten

Besucher können in einem eigens dafür eingerichteten Park lebende Meeresschildkröten sehen - von kleinen paddelnden Kerlchen, die auf einer Handfläche Platz finden, bis hin zu träge schwimmenden Brocken von 2m Länge. Diese eigenartigen Tiere strecken alle paar Minuten den Kopf, der an den eines Reptils mit breitem Vogelschnabel erinnert, aus dem Wasser, um geräuschvoll Luft zu holen. Meeresschildkröten werden bis zu 80 Jahre alt.

Zur Brutzeit können interessierte Besucher ein spektakuläres Treiben beobachten: Tausende kleine Schildkrötchen, die soeben in den Nestern im Ufergebüsch geschlüpft sind, watscheln so schnell wie möglich dem Wasser entgegen. Mitarbeiter des Projekt Tamar sorgen neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit (zu dem Zeitpunkt wohl: "Zählen") dafür, dass die Besucher die Tiere nicht stören.