Ilha do Mel

Vorgelagerte Insel

Nach einer halbstündigen Bootsfahrt von Pontal do Sul aus erreicht man die hübsche Ilha do Mel (Honig-Insel). Sie ist also keineswegs so abgelegen wie die Inselgruppe Fernando de Noronha beispielsweise, aber sie ist eben trotzdem eine Insel und nicht das Festland.

Ilha do Mel
Ilha do Mel

Dies spiegelt sich in der Tatsache wider, dass es dort weder Autos noch Motorräder gibt, und zudem nur ein einziges Fahrrad - jedenfalls konnten wir kein weiteres Exemplar ausfindig machen. Alle Strände und kleine Siedlungen sind nur zu Fuss über Pfade zu erreichen, die sich am Meer entlang über die Hügel von Bucht zu Bucht ziehen.

Inselleben

Der südliche Teil der Insel ist zwar halbwegs touristisch erschlossen, die örtliche Infrastruktur beschränkt sich im Grossen und Ganzen jedoch auf eine Polizeiwache, ein kleines Postamt, zwei Gemischtwarenläden und eine Handvoll einfacher Strandrestaurants und Eisverkäufer - und natürlich zahlreiche Pousadas. Darunter befindet sich auch die französische Herberge "Recanto do Francês" mit zugehöriger Crêperie, vom freundlichen Ehepaar Serge und Hélène bewirtet.

Typisches Strandrestaurant
Typisches Strandrestaurant

Darüber hinaus gibt es einige mehr oder weniger wilde Campingplätze, die bevorzugt von Surfern oder Körperschmuckbastlerpärchen genutzt werden. Abenteurer unter den Rucksack-Touristen und Surfer ziehen nach der Ankunft im Hauptörtchen normalerweise jedoch gleich weiter in abgelegenere Ecken, im Nordosten der Insel gelegen.

Ein Grossteil der Insel ist ein Vogelschutzgebiet, über welches ein absolutes Bau- und Zutrittsverbot verhängt ist. Dies wird von Patroullien der Umweltpolizei ständig überwacht. Im allgemeinen ist die Ilha do Mel sehr friedlich, die kleine örtliche Polizeistelle hat kaum Aufregendes zu vermelden - von Marihuana-Kontrollen mal abgesehen.

Strand und Wellen

Die Strände zum Festland hin sind recht langweilig und zudem ein wenig vom Dieselöl der Boote verdreckt. Die zum Atlantik hin orientierte Seite der Insel präsentiert sich hingegen als wahres Surfer-Paradies. Das Ufer bleibt lange seicht mit knietiefem Wasser, die permanent heranrollenden Wellen dagegen sind mannshoch und durchaus respekteinflössend. So sollte man entweder gar nicht erst weiter ins Wasser gehen - und wenn, dann gleich so weit, dass man die Wellen per Kopfsprung erwischen kann, bevor sie brechen. Ansonsten wird man durch ein tonnenschweres Wasser-Sand-Schaum-Gemisch gerissen, dass einem buchstäblich Hören und Sehen vergeht.

Mannshohe Wellen
Mannshohe Wellen

Die Wellen - und die damit verbundene Strömung - sind nicht ganz ungefährlich, was auch durch die ständige Präsenz von Rettungsschwimmern unterlegt wird. Wagt sich jemand ohne Surfbrett zu weit hinaus, wird er durch Trillerpfeifen zurückgepfiffen - oder im Notfall auch von drei, vier Schwimmern aus den Wellen gezogen.